VORSORGE

WISSENSWERTES – ZUM NACHDENKEN

Aktuell ist immer die Dickdarmkrebsvorsorge. Deshalb habe ich diesbezüglich folgendes Thema ausgewählt nach dem Motto:“ Was kann ich selbst zu meiner Gesundheit beitragen?“

Wie Ihnen vielleicht aus den Medien bekannt ist, ist der Dickdarmkrebs mit über 70 000 Neuerkrankungen und ca. 30000 Todesfällen pro Jahr in Deutschland einer der häufigsten bösartigen Tumore.

Über die Jahre konnten folgende Daten bezüglich der Vorbeugung erhoben werden. Die Lebensgewohnheiten betreffend konnte gezeigt werden, dass bereits ca. 30 Minuten tägliche, moderate körperliche Aktivität das Krebsrisiko verringern. Übergewicht geht einher mit einem bis zu zweifach erhöhten Risiko für Dickdarmkrebs. Auch das Rauchen ist mit einem erhöhten Risiko für die Ausbildung von Kolonpolypen, den sog. Kolonadenomen und den daraus entstehenden Karzinomen verbunden.

Die Ernährung betreffend weiß man heute, dass eine ballaststoffreiche Ernährung (30gr/d), eine vermehrte Zufuhr von Obst und Gemüse und nur geringer Alkoholkonsum die Häufigkeit von Kolonpolypen und Koloncarcinom senken. Ein erhöhtes Karzinomrisiko konnte gezeigt werden bei täglicher Aufnahme von rotem bzw. verarbeitetem Fleisch sowie hohem Alkoholkonsum

Folsäure- und kalziumreiche Ernährung gehen wohl ebenfalls einher mit einer Senkung des Krebsrisikos. Die Einnahme von anderen Substanzen (z.B. Vitamin C, Vitamin D, Selen) oder Medikamenten (z.B. 5-ASA, Cholesterinsynthesehemmern) ist nicht zu empfehlen zur Minderung des Risikos für Dickdarmkrebs.

Die obigen Angaben habe ich entnommen aus der sogenannten S3-Leitlinie „Kolorektales Karzinom“ Z Gastroenterol 2008; 46: 1-73. Diese können Sie gerne nachlesen und vertiefen unter www.dgvs.de.

Abschließend noch kurz einige mir wichtig erscheinende Bemerkungen zur Vorsorgecoloskopie an sich. In 2002 wurde sie als ein in der gesetzlichen Krankenversicherung verankertes Früherkennungsangebot eingeführt. Leider macht nur circa ein Fünftel der Berechtigten von diesem Angebot Gebrauch, obgleich es in den letzten Jahren gelungen ist, die Sterblichkeit des Koloncarcinoms zu senken (42.Kongress der Deutschen Gesellschaft für Endoskopie und Bildgebende Verfahren 22.-24.03.2012– Prof. Dr. J. F. Riemann). SOMIT ENTSCHLIESSEN SICH ZUR DARMKREBSVORSORGE ZU KOMMEN AUCH WENN SIE KEINE BESCHWERDEN HABEN! Die Früherkennungscoloskopie hat eine rund viereinhalb Mal größere Entdeckungsrate nicht fortgeschrittener Adenome (noch gutartiger Dickdarmpolypen) als die besten derzeit zur Verfügung stehenden Röntgenverfahren (Tumordiagn u Ther 2011, 32, S. 134). Zudem ist zu bedenken, dass Röntgenverfahren bei dieser Fragestellung immer nur Verfahren der Reserve darstellen, da hierbei keine Gewebeproben entnommen und keine Polypen abgetragen werden können.

Weitere Informationen aus dem Bereich der Gastroenterologie erhalten Sie beim Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen bng unter
www.bng-gastro.de.